Trojaburg
 
 

Karl Konrad Ruppel

Eine ähnliche Laufbahn wie Weigel durchlief Karl Konrad Ruppel, im Gegensatz zu jenem ein Privatgelehrter mit zwei akademischen Staatsexamen aber ohne Promotion. Ruppels Steckenpferd waren die deutschen Haus-, Hof-und Sippenmarken. Als der Forscher im Sommer 1937 Mitarbeiter des „Ahnenerbe“ wurde, sollte auch er seine Tätigkeit auf das Sammeln und Ordnen verschiedenster Hauswappen und heraldischer Symbole beschränken. Allerdings hatte Himmler  weitergehende Pläne bezüglich der Hausmarkenforschung. so sollte jeder höhere SS-Führer zukünftig ein Familienwappen führen bei deren Auffindung oder Neuschaffung in SS-gerechter Form, Ruppel Verwendung finden sollte. Seit Herbst 1937 waren Ruppel und drei Mitarbeiter mit der Erfassung von Hausmarken aus deutschen Gegenden betraut; nach dem „Anschluß“ wurden diese Aktionen auch auf die „Ostmark“ ausgedehnt. Im Spätherbst 1938 verfaßte Präsident Wüst einen Aufruf, der, als Handzettel gedruckt und verteilt, die Öffentlichkeit zur Kooperation bei der Sammlung von Hausmarken in deutschen „Gauen“ ermunterte.
Die Tätigkeit des Hausmarkenforschers machte sich rasch bezahlt - bereits im Oktober 1937 avancierte Ruppel vom Forschungsbeauftragten zum Abteilungsleiter der Pflegestätte für Hausmarken und Sippenzeichen.  Bedingung war allerdings seine Bereitschaft, nachträglich noch den Doktortitel zu erwerben.
Ende 1938 wurde Ruppel zum „Schriftleiter“  des  Forschungsprojektes „Wald und Baum“ ernannt. Himmler hatte das vom Reichsforstamt angeregte Projekt an das Ahnenerbe übertragen, um weitere qualifizierte Fachwissenschaftler anzulocken, ohne sie organisatorisch in die Forschungsgemeinschaft eingliedern zu müssen. Die Gesamtkosten des Projektes von 250 000 RM sollten innerhalb von drei Jahren gemeinsam von Reichsforstamt, dem ebenfalls beteiligten Reichsnährstand und dem Reichsforschungsrat aufgebracht werden.
Mit Kriegsbeginn hatte Ruppels Pflegestätte für Hausmarken und Sippenzeichen ausgedient, da sich eine Kriegswichtigkeit nicht konstruieren ließ. Als nicht promovierter Forscher konnte Ruppel auch nicht in eine andere Abteilung überwechseln, so daß zum 30. November 1939  Ruppels Tätigkeit für das SS-Ahnenerbe endgültig endete. Dennoch befaßte sich Reichsgeschäftsführer Sievers im Juni 1941 nochmals mit der Personalie Ruppel: Diesmal ging es um Ruppels Haltung zum Nationalsozialismus, die laut Schreiben von Sievers an das RSHA „indifferent“ und „in weltanschaulicher Hinsicht nicht ganz klar“ sei. Möglicherweise war diese Einschätzung des Gelehrten auch ein Grund für die mangelnde Unterstützung durch das Ahnenerbe beim Bemühen um eine Promotion.

Bibliographischer Auszug

- Die Hausmarke, das Symbol der germanischen Sippe. 1939

[Aus: Indogermanisches Erbe & 3. Reich]

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